Hunderttausende dunkle Seelen warten auf ihren Messias. Es wird gestoßen und gedrängt – jeder will einen Blick ergattern, wenn er endlich da ist. Ihm die Hand zu schütteln, davon träumen sie alle. Verstorbene, die nichts mehr zu verlieren haben, alle Hoffnung gilt dem Neuen. Die Menge tobt wie in Extase – Er kommt!
Jörg Haider schreitet durch das große Tor in die Hölle, lächelt böse und winkt seinen Anhängern zu! Ja, hier fühlt er sich zu Hause! Dennoch weiß er genau, dass es kein Spaziergang wird, hier herrschen ganz andere Teufelskerle als in Wien, hier sind bereits Größere gescheitert. Ein gefährliches Pflaster und doch: eine prickelnde Herausforderung. Tief durchatmen, er ist Jörg Haider, das Original und er kann alles, denkt er und streckt die Faust nach oben, als wolle er sich mit dem Himmel anlegen. Der folgende Jubel beschert dem abgebrühten Jörg eine Gänsehaut vom feinsten.
“Liebe Freunde!”, spricht er, was für erbärmliche Ratten, denkt er. “Liebe Freunde, es ist ein Skandal!” Tosender Applaus, ein Handzeichen des großen politischen Ausnahmetalentes, und die Ratten verstummen ehrfürchtig. Sie hängen an seinen Lippen, sie vertrauen ihm. In einer flammenden Rede werden Missstände angeprangert, Ungerechtigkeiten herausgestrichen, der Wert der einfachen Seele betont und die Elite beschimpft – mit Hass, Witz und Energie. Das Publikum gerät in Rage! Recht hat er, das haben sie sich nicht verdient, der sagt was Sache ist! Wenn Jörg in seiner Karriere etwas gelernt hat, dann dass es Feindbilder braucht. Nicht nur die da oben oder die lahmarschigen, machtlosen Höllenführer, die es sich lediglich selbst richten, es sind die anderen, die meinen sie können sich alles erlauben. “Worauf wartet ihr nocht? Lasst euch nicht verarschen, holt zurück, was euch gehört!” Am großen Tor schüttelt Haider noch Hände, anderswo beginnen die Ausschreitungen. Die Eigendynamik wird ihm zu Gute kommen, die anderen werden sich rächen, der Hass wird sich steigern. Alles läuft nach Plan!
Sorgfältig erwählt der Meister seine engsten Vertrauten, ein heikles Unterfangen, denn keiner darf zu stark sein und jeder könnte zum Verräter werden. Nur der Weg über brutale Loyalitätsbeweise führt an die Seite Haiders. Jeder muss damit rechnen, bespitzelt und denunziert zu werden. Ein Klima der Angst, dass dem Messias die Sicherheit gibt, die er benötigt.
Es dauert nicht lange zur straffen Organisation einer schwindelerregend großen Anhängerschaft, und der wütende Mob wird vorerst zurück gepfiffen, als Signal an den Gegner, als Beweis der Macht. Jörg Haider hat sich etabliert, ist wesentlicher Faktor des harten, komplexen Herrschaftssystems der Hölle! Eines Tages, eines Tages wird dieser verfluchte Laden ihm gehören!
und die apoklalypse lässt somit auch nicht mehr lange auf sich warten, wir werden alle sklaven der orangen hölle.
ich danke für die fundierten informationen zu haiders wirken nach dem tod – nun sind alle fragen geklärt… – naja, wenigstens die meisten ;-)
Warum die Hölle im Jenseits suchen? Sie ist schon im Diesseits vorhanden, im Herzen der Bösen.
Jean-Jacques Rousseau
Bin schon gespannt auf die Bandwurm/Petznergeschichte
einem toten gedanken nachzusagen die meilenweit von seinem wahren charakter entfernt sind: letztklassig!
niemals sah jörg haider seine bewunderer als ratten. er war ein überzeugender vorreiter und wusste den massen den weg zu weisen, zu keiner zeit verlor er dabei aber den nähe zu seinen unterstützern.
seine hand wusste zu führen, war sich aber auch nicht zu schade selber zuzupacken wo es notwendig war. (selbst dann wenn es darum ging jedem einzelnen seiner untertanen … äh … freunde einen ehrlichen händedruck zu schenken.)
seine augen verrieten ein visionäres innenleben und er versprühte den willen zur umsetzung, dennoch nahm er sich die zeit jedem der sich an ihn wandte mit einem geradlinigen und überzeugenden blick zu begegnen.
mir scheint in den worten des autors spricht der neid. seine gegner konnten es nie verkraften, das sich beim kärtner landeshauptmann ein ausgesprochenes politisches talent mit dem gespür für die richtigen antworten auf die wichtigen fragen vereinte.
anstatt seine erfolge zu erkennen, wird allen die dies tun eine dunkle seele zugeschrieben. kärnten war bis zum 11.10. ein platz an der sonne. doch hier wird das land mit der hölle gleichgesetzt.
genauso unzulässig wie das, ist die verleumdung jörg haider befände sich nun im dunklen bereich der jenseitigen landkarte. der teufel ist woanders zu suchen.
diabolisch ist diese pietätslose propaganda von gutmenschen wie ihnen. dr. haiders weg der zurückdrängung der linken meinungsdikatur ist zwar forgeschritten (hoch lebe die normalisierung), artikel wie dieser zeigen aber dass wir noch nicht am ziel sind. jörgs erbe wird weitergetragen.
brennen werden andere!